berlinale tag2 – hat denn keiner ein usb kabel?

frisch wie der junge morgen bin ich aus dem bett gesprungen um mich voller enthusasmus in die schlange vor dem pressecounter einzureihen, der bekanntlich um 8 uhr in der früh öffnet. alle tickets,  die ich begehrte, erstand ich auch. aber dann fiel es mir ein: ich hatte mein ladekabel für mein smartphone mit dem extrem schwachen akku vergessen. blöd. darauf trank ich erstmal 1 bis 2 kaffee in der audi berlinale lounge. da gab es auch frisches obst und brezeln. das konnte mich erstmal halbwegs beruhigen.

dann stand auch schon der erste wettbewerbsbeitrag des tages an: Jack. es geht in diesem film um einen jungen, der von seiner mutter vernachlässigt wird.  Die geschichte wird fesselnd erzählt und ivo pietzcker ist ein großartiger hauptdarsteller. mehr über diesen film gibt es in kürze hier zu lesen.

der zweite film im wettbewerb war „two men in town“. Ein remake von „endstation schafott“ aus dem jahr 1973 mit alain delon und jean gabin.

nach 18 jahren wird william garnett (forest whitaker) aus der haft entlassen und kehrt in seine heimat stadt zurück. dort hatter er einen deputy erschossen, deswegen musste er diese lange haftstrafe verbüssen. im gefängnis ist er zum islam konvertiert. in dieser religion versucht er durch beten und sonstige rituale halt zu finden. er möchte wieder zurück ins leben finden. aber der sheriff kann nicht vergessen was er vor 18 jahren tat und demütigt und bedrängt den kürzlich aus der haft entlassenen. auch sein ehemaliger komplize (luis guzman) sucht wieder kontakt zu ihm. bewährungshelferin (toll: brenda blethyn) ist auf der seite von william  und hilft ihm wo sie nur kann. aber die mühe ist vergebens, es kommt zur katasprohe.

regiesseur rachid bouchareb erzählt ein wichtiges thema derart behäbig und langweilig, das all seine durchschlagskraft und brisanz einfach verpufft. einzig das tolle darsteller ensemble allen voran forest whitaker und brenda blethyn überzeugt. hier wurde eindeutig viel potenzial verschenkt.

der letzte film für heute war dann „’71“ über den nordirlandkonflikt. yann demanges regiedebüt erzählt vom jungen rekruten gary hook (Jack o’connell) der im jahr 1971 mit seiner truppe nach belfast beordert wird. dort ist die lage unübersichtlich. es stehen swich protestanten und katholiken gegenüber. beide seiten haben jeweils geheime terrorgruppen, hinzu kommen noch marodierende streetgangs und undercoveragenten, die versuchen die verworrene situation für eigene zwecke zu nutzen. die soldaten geraten in einem strassenkampf, gary wird von der truppe getrennt und muss sich nun allein durch feindliches gebiet kämpfen. demange gelingt mit verwackelten und grobkörnigen ein durchaus authentisch wirkender ausschnitt des nordirlandkonfliktes in den 70er jahren. fast scheint es so als wolle der regisseur jede facette des konflikts im film unterbringen. dies kann unter umständen den zuschauer, der sich nicht so gut mit der materie auskennt, verwirren. dennoch ist demange mit seinem debüt ein interessanter beitrag zur aufarbeitung des nordirlandkonflikts gelungen.

zu guter letzt gab es noch die pressekonferenz zu ‚american hustle‘ mit christian bale und bradley cooper.

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am ende des tages war der akku vom phone natürlich alle, aber das konnte ich verschmerzen. es war ein guter tag.

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