berlinale tag 1/2 kalt und heiss

aloha, seit dem 5. feburar hat das rennen um den goldenen bären wieder begonnen. aber irgendwie bin ich diesemal nicht so ‚drin‘ im berlinale fieber wie zb. letztes jahr. keine ahnung warum.

jedenfalls habe ich es geschafft mir den bagde und eine formschöne 100%ige berlinale jutetasche zu hole. und dann ging es auch schon los mit der vorstellung der internationalen jury unter dem vorsitz von regisseur darren aronofsky. wie immer kann die geneigt leserschaft auf meinem instagram account auch visuelle impressionen der berlinale anschauen.

dann stand auch schon der eröffungsfilm auf dem programm ’nobody wants the night‘ von isabel coixet mit juliette binoche und rinko kikuchi in den hauptrollen. josephine peary (juliette binoche) ist auf der suche nach ihrem mann, einem polarforscher, und von dem schon sehr lange lebenszeichen mehr zu ihr drang. sie dem führer bram (gabriel byrne) und einigen inuit (die komischerweise fasst alle von japanern dargestellt werden) bricht sie ins ewige eis auf. nachdem bram ins eiskalte wasser eingebrochen ist, stirbt er bald an unterkühlung. josephine muss mit den inuit alleine weiter bis sie die letzte station pearys erreichen, bevor dieser aufbrach den nordpol zu entdecken. dort trifft sie auf alaka (rinko kikuchi), die ebenfalls auf pearys rückkehr wartet. im zuge des einsetzenden winters und der dunkelheit verschiebt sich der fokus vom warten auf den mann hin zur sicherung des eigenen überlebens.

coixet zeigt, wenn frau sich zu sehr auf den mann fokusiert, sie am ende auf der strecke bleibt. und das aufopferung auch unter frauen nichts bringt. es sind düstere mechanismen, die sie im menschlichen zusammenleben aufzeigt, so düster und dunkel und kalt wie die polarnacht. so die bittere botschaft. leider ist das überbringen der botschaft in form des films vollständig misslungen. es fehlt an authentizität, oft wirkt alles so leblos, auch wenn etreme nahaufnahmen das gegenteil bewirken sollen. überdeutliche metaphern werden bemüt. prätentiöse sätze dem publikum aufgesagt. das alles will nicht zusammenpassen. schade.

ein erster lichtblick war heute früh der film ‚taxi‘ vom iranischem regisseur jafar panahi, der in seiner heimat mit einem berufsverbot belegt wurde. um dieses zu entgehen, mimt er den taxifahrer, der ‚zufällig‘ seine fahrgäste mit einer cam aufnimmt. in einer mischung aus dokumentation und scripted reality verdichtet er das leben und die probleme der iranischen bevölkerung auf ca 90 min film. da geht es in kontroverser diskussion um das thema todestrafe. die stellung der frau wird ebenso beleuchtet. die ganze absurdität seines berufsverbotes wird nocheinmal aufgezeigt als seine nichte die zensurregeln für filme vorliest, die sie in der schule diktiert bekommen hat (sie soll für ein schulprojekt selbst einen kurzen film drehen). ‚taxi‘ ist dabei äußerst amüsant, charmant und hochpolitisch. ein film der mit wenigen mitteln mehr ausdrückt als so manche hochglanzproduktion. toll.

der zweite film, den ich heute sah war ’45 years‘ von andrew haigh. kurz vor ihrem 45. hochzeitstag geraten kate (charlotte rampling) und geoff(tom courtenay) in eine emotionlae krise. ein brief der von einer frau aus geoffs vergangenheit berichtet ist der grund dafür. eine woche lang werden die hochs und tiefs des ehepaars beleuchtet. durch die teilung in einzelne wochentage erscheint dieser prozess schon fast episodenhaft. ein kammerspielartiges filmstück mit gutem drehbuch, auf hohen schauspielerischen niveau.

außerdem war ich heute noch bei der pk zu ‚queen of the desert‘ werner herzogs wettbewerbsbeitrag. es ist immer so schön wenn werner herzog etwas erzählt. angesichts der doch eher ernüchternden meinung nach dem film (den ich nicht sah, sonst wäre ich ob des andrangs nicht in die pk reingekommen) bin ich der meinung w. herzog sollte nur doch dokus machen und die auch selbst einsprechen.

morgen geht es weiter mit 5! filmen. mal schauen ob ich das durchhalte.

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