berlinale tag2 – hat denn keiner ein usb kabel?

frisch wie der junge morgen bin ich aus dem bett gesprungen um mich voller enthusasmus in die schlange vor dem pressecounter einzureihen, der bekanntlich um 8 uhr in der früh öffnet. alle tickets,  die ich begehrte, erstand ich auch. aber dann fiel es mir ein: ich hatte mein ladekabel für mein smartphone mit dem extrem schwachen akku vergessen. blöd. darauf trank ich erstmal 1 bis 2 kaffee in der audi berlinale lounge. da gab es auch frisches obst und brezeln. das konnte mich erstmal halbwegs beruhigen.

dann stand auch schon der erste wettbewerbsbeitrag des tages an: Jack. es geht in diesem film um einen jungen, der von seiner mutter vernachlässigt wird.  Die geschichte wird fesselnd erzählt und ivo pietzcker ist ein großartiger hauptdarsteller. mehr über diesen film gibt es in kürze hier zu lesen.

der zweite film im wettbewerb war „two men in town“. Ein remake von „endstation schafott“ aus dem jahr 1973 mit alain delon und jean gabin.

nach 18 jahren wird william garnett (forest whitaker) aus der haft entlassen und kehrt in seine heimat stadt zurück. dort hatter er einen deputy erschossen, deswegen musste er diese lange haftstrafe verbüssen. im gefängnis ist er zum islam konvertiert. in dieser religion versucht er durch beten und sonstige rituale halt zu finden. er möchte wieder zurück ins leben finden. aber der sheriff kann nicht vergessen was er vor 18 jahren tat und demütigt und bedrängt den kürzlich aus der haft entlassenen. auch sein ehemaliger komplize (luis guzman) sucht wieder kontakt zu ihm. bewährungshelferin (toll: brenda blethyn) ist auf der seite von william  und hilft ihm wo sie nur kann. aber die mühe ist vergebens, es kommt zur katasprohe.

regiesseur rachid bouchareb erzählt ein wichtiges thema derart behäbig und langweilig, das all seine durchschlagskraft und brisanz einfach verpufft. einzig das tolle darsteller ensemble allen voran forest whitaker und brenda blethyn überzeugt. hier wurde eindeutig viel potenzial verschenkt.

der letzte film für heute war dann „’71“ über den nordirlandkonflikt. yann demanges regiedebüt erzählt vom jungen rekruten gary hook (Jack o’connell) der im jahr 1971 mit seiner truppe nach belfast beordert wird. dort ist die lage unübersichtlich. es stehen swich protestanten und katholiken gegenüber. beide seiten haben jeweils geheime terrorgruppen, hinzu kommen noch marodierende streetgangs und undercoveragenten, die versuchen die verworrene situation für eigene zwecke zu nutzen. die soldaten geraten in einem strassenkampf, gary wird von der truppe getrennt und muss sich nun allein durch feindliches gebiet kämpfen. demange gelingt mit verwackelten und grobkörnigen ein durchaus authentisch wirkender ausschnitt des nordirlandkonfliktes in den 70er jahren. fast scheint es so als wolle der regisseur jede facette des konflikts im film unterbringen. dies kann unter umständen den zuschauer, der sich nicht so gut mit der materie auskennt, verwirren. dennoch ist demange mit seinem debüt ein interessanter beitrag zur aufarbeitung des nordirlandkonflikts gelungen.

zu guter letzt gab es noch die pressekonferenz zu ‚american hustle‘ mit christian bale und bradley cooper.

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am ende des tages war der akku vom phone natürlich alle, aber das konnte ich verschmerzen. es war ein guter tag.

berlinale tag1 – ‚ich bin gespannt wie ein flitzebogen‘

weil jeder irgendwie ein berlinale tagebuch führt, mache ich jetzt auch eins. angefangen hat eigentlich alles schon gestern als ich mir meinen badge vom pressecounter abgeholt habe. (ja ich habe es dieses jahr wieder geschafft mich zu akkreditieren) das pressezentrum war gerade noch im entstehen, aber den badge gab es trotzdem schon mal.

heute früh ging es das schon etwas mehr los. zuerst eilte ich vorbildlich um 8 uhr zum pressecounter um tickets für die filme, die es für die kinobesucher gibt zu erstehen. das hat auch ganz gut geklappt. etwas erschrocken war ich, als ich erfuhr das vorstellungen im berlinale palast, die nach 15 uhr stattfinden, der tagespresse vorbehalten sind. das hatte ich komplett vergessen. da war dann auf die schnelle etwas kreativität gefragt und flux war mein berlinale plan umgestellt.

mein erstes highlight vom tag1 war das Q&A mit der Internationalen Jury wo so illustre menschen wie schauspieler christoph waltz, regiesseur james schamus oder produzentin barbara broccoli über die 20 wettbewerbsbeträge entscheiden dürfen. am meisten hat mir christoph waltz gefallen. er gab schöne launige antworten. ein pic gibts auf instagram

kurze zeit später folgte die erste pressevorführung ‚grand budapest hotel‘ . ein fim wie ein theaterstück voller skuriller gestalten. so überbordend und mit so vielen anspielungen, dass ich mir diesen film wohl nocheinmal anschauen muss. Als vorbild dienten anderson die film von ernst lubitsch oder auch von billy wilder.

Kurz zum inhalt:  concierge monsieur gustave (ralph finnes) liest seinen gästen im grand budapest hotel jeden wunsch von den augen ab. besonders gerne erfüllt er die geheimen vorlieben der älteren weiblichen hotelbesucher. Madame d (tilda swinton) ist sehr angetan von gustave und vermacht ihm ein skurilles aber extrem wertvolles  gemälde. ihren gehässiger sohn dimitri (adrian brody) gefällt, dass gar nicht und so beschuldigt er gustave seine mutter ermordet zu haben sowie der erbschleicherei. Gustave wird verhaftet und landet im gefängnis. dort gelingt ihm, mit ein paar insassen der ausbruch. der hotel boy zero, mit dem ihm eine tiefe freundschaft verbindet hilft ihm bei der flucht. gustave will das rätsel um den tod von madame d. auf klären..

Grand budapest hotel erzählt nicht nur einen vielschichtige kriminalgeschichte sondern reflektiert auch  die gesellschaftlichen veränderungen zwischen den beiden weltkriegen. kauzig und surreal, wie wir es von anderson kennen,  lässt er sein exzentisches cast mit viel spielfreude agieren. die komplexität und originalität der bilder und szenerien macht es dem zuschauer schwer auf alles zu achten. ich hatte oft das gefühl etwas zu übersehen.  nichtsdestotrotz ist grand budapest hotel der beste eröffnungsfilm einer berlinale seit jahren.
auf der sich anschliessenden pressekonferenz konnte ich noch einmal fast das gesamte hauptcast anschauen, u.a. mit bill murray, edward norton und tilda swinton. ein pic gibts auch hier auf instagram

update in der nacht: american hustle und nuoc habe ich mir auch noch angeschaut. vll schreibe ich auch dazu nochmal was.

 

 

 

 

 

ze daily baustellen pic goes weekly

schlimme dinge sind passiert: mein geliebtes smartphone  hatte ermüdungserscheinungen an der hardware, so das ich es in reparatur geben musste, d. h. ich werde ~ 14 tage ohne mein galaxy nexus phone auskommen müssen. eine woche ist bereits geschafft. ohne mobiles endgerät zu sein, bedeutet auch keine fotos per instagram veröffentlichen zu können. bei instagram hatte ich vor einiger zeit begonnen, die baustelle hinter meiner wohnung fotografisch zu dokumentieren – jeden tag ein foto (außer sonntags, da passiert ja nix). und da ich das zur zeit nicht mehr kann, habe ich mich entschieden eine wöchentliche zusammenfassung vom ‚ze daily baustellen pic‘ hier zu veröffentlichen:

montag, 29.07.2013

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dienstag, 30.07.2013

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mittwoch, 31.07.2013

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donnerstag, 01.08.2013

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freitag, 02.08.2013

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samstag, 03.08.2013

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Plötzlich Bürgerinitiative

Alles begann mit der Planung einer Plänterwaldführung. Im Zuge dessen erfuhren wir auch von der Zwangsversteigerung  des Erbpachtvertrages des Spreeparks. In einem Tweet schrieb ich, blauäugig wir ich bin (sowohl als auch), Folgendes:

Auch JeMi von BerlinerHonig schrieb auf Facebook über die Idee:

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Danach kam noch Nils Sautter mit an Board und zusammen riefen wir die Initiative Bürgerpark im Plänterwald ins Leben. Seit ca. einer Wochen trifft sich diese Initiative im Coworking Space Pulsraum um an der Zukunft des Spree- oder besser Kulturparks zu arbeiten. Da wir in der kürze der Zeit die finanziellen Mittel, die zur Ersteigerung des Erbpachtvertrages nötig gewesen wären, nicht aufbringen konnten (wir hätten bereits diese Woche unsere Liquidität nachweisen müssen), konzentrieren wir uns bis zum Versteigerungstermin (und darüber hinaus) auf Diskurs und Dialog mit den Beteiligten, Initiativen, Ämtern und vor allem mit den Bürgern, um gemeinsam Ideen und Konzepte für eine wirtschaftliche und ökologische Nutzung des Kulturparks zusammenzutragen. Sollte die Versteigerung des Erbpachtvertrages in der ersten Runde scheitern, will unsere Initiative per Crowdfunding das nötige Geld sammeln. Aber wir wollen nicht nur, dass die Bürger Berlins sich finanziell am Park beteiligen, sie sollen sich auch kreativ mit einbringen in die Gestaltung des Kulturparks, denn: es ist euer Park! Ihr habt ihn schon mindestens 2 Mal mit euren Steuergeldern finanziert! 

In zahlreichen Gesprächen haben wir festgestellt wie sehr dieser Park die Bürger Berlins beschäftigt und wie viel Erinnerungen sie noch an diesen Park haben. Deshalb veranstalten wir heute und morgen jeweils ab 14 Uhr eine kleine Ausstellung auf dem Tempelhofer Feld, Arche Metropolis (Links neben dem Infohäuschen). Dort können uns Interessierte besuchen und ihre Fotos und Erinnerungen an den Park mit anderen teilen. Wir freuen uns auf euch!

Des Weiteren ist am Montag eine Pressekonferenz geplant. Diese findet um 11 Uhr auf dem Segelschiff Klipper im Plänterwald statt.

Natürlich haben wir uns auch in die eigentlich sehr traurige Geschichte des Parks eingearbeitet und dabei viel Widersprüchliches und Verworrenes entdeckt. Wir sind derzeit dabei die Informationen zusammen zutragen und für uns zu ordnen.

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dhl and me – it’s complicated

ich war immer sehr zufrieden mit dhl, aber seit dem letzten jahr häufen sich die negativen erfahrungen.

fall 1: begonnen hatte alles mit meinem umzug von düsseldorf zurück nach berlin. da ich diverse kleinigkeiten (stifte, zeitschriften, bücher etc.) nicht im zug nach berlin schaffen wollte, packte ich sie in einem stabilen karton und verklebte ihn sorgfältig mit paketklebeband. als ich mein paket aus der postfiliale abholen wollte, war ich erschrocken über das aussehen des kartons. er war an einer seite aufgerissen.  ich sprach die angestellte am schalter auf den schaden an, sie zuckte nur mit den schultern und meinte es wäre meine schuld, da ich offenbar das paket nicht ordnungsgemäß verklebt hätte.

fall 2: meine mutter hatte mir zum geburtstag ein päckchen geschickt. dieses ist allerdings nie angekommen. trotz zahlreicher telefonate mit dhl und einem nachforschungsaustrag blieb das päckchen unauffindbar. ärgerlich.

und all die anderen fälle bei denen ich daheim war und der dhl-bote es nicht für nötig hielt zu klingeln, sondern nur eine karte in den briefkasten warf. besonders interessant auch: einmal warf ein bote die benachrichtigung in meinen briefkasten und gab das paket im nachbarhaus! ab #wtf

beim letzten paket bekam ich gar keine benachrichtigenskarte mehr. wie gut, dass ich die sendung verfolgen konnte. sie liegt offenbar bei einem nachbarn.

die krönung hinsichtlich der schlampigkeit und unfähigkeit von dhl gibt es beim presseschauer nachzulesen.

auch unsere nachbarn sind von dhl genervt:

„lieber dhl-bote, zwar sind wir tagsüber zu hause, aber lassen sie uns doch ruhig jeden einzelnen aus unserer nachbarschaft im haus kennelernen, so wird wenigstens auch für uns ihr “ ich stelle keine paketsendungen in der 5. etage zu“ nicht langweilig.“

dhl

 

 

 

Berlinale 2012

Dieses Jahr ist es soweit. Ich habe meine erste Berlinale Akkreditierung bekommen. vom 09.02. – 19.02.2012 heisst es: Kino, Kino, Kino. Ich freu mich so. Ich habe mir vorgenommen diese Filme zu schauen:

Liste:
Death Row
Les adieux à la Reine | Farewell My Queen | Leb wohl, meine Königin!
Don – The King Is Back
Mai-wei | My Way
Kid-Thing
Berlinale Shorts II
Extremely Loud And Incredibly Close | Extrem laut und unglaublich nah
Berlinale Shorts IV
Barbara
Iron Sky
Dictado | Childish Games
Zarafa
Diaz – Don’t Clean Up This Blood
Shadow Dancer
The Convoy | Die Überführung
I, Anna
Jayne Mansfield’s Car
Jin líng Shi San Chai | The Flowers Of War | Die Blumen des Krieges
Young Adult
L’âge atomique | Atomic Age
Was bleibt | Home For The Weekend
All Divided Selves
The Iron Lady | Die Eiserne Lady
Die vierte Macht | The Fourth State
10+10
Haywire
Keyhole
La chispa de la vida | As Luck Would Have It
Cherry
En Kongelig Affære | A Royal Affair | Die Königin und der Leibarzt
Rentaneko | Rent-a-Cat
Bel Ami
Flying Swords Of Dragon Gate
König des Comics | King of Comics
Fon Tok Kuen Fah | Headshot
Animations

© Berlinale

Selbstregulierung als Teil des Verbraucherschutzes im Netz – wo soll es hingehen?

Anlässlich des Safer Internet Days 2011 finden immer ein Menge Veranstaltungen statt, so auch die Konferenz „Technik & Selbstregulierung im Internet – Ansprüche an den modernen Verbraucherschutz“. Unsere Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) und Prof. Dieter Kempf, Mitglied des BITKOM-Präsidiums, hatten ins Tagungszentrum der katholischen Akademie in Berlin eingeladen.

In ihrer Eröffnungsrede stellte Ilse Aigner deutlich heraus, dass Datenschutz und Datensicherheit im Internet ganz oben auf der politischen Agenda stehen. Sie konstatierte, man müsse im Internet “…Freiheit und Sicherheit zusammenbringen“. Weiterhin verwies sie auf die „Erfolge“ die bei Google Street View und bei Facebook erreicht wurden. Es dürfe jedoch kein nationaler Alleingang sein. Deshalb setze sich die Bundesregierung auch auf europäischer Ebene für ein hohes Datenschutzniveau ein. Es gelte die Privatsphäre zu schützen aber die Pressefreiheit nicht einzuschränken. Daher solle mit der Wirtschaft diskutiert werden, welche Schutzmaßnahmen sinnvoll wären. Man möchte schließlich den digitalen Raum gestalten.

Sie begrüße den Kodex für Geodatendienste, aber sagte auch das es noch ein langer Weg sei. Datenschutz, insgesamt sei ein Wettbewerbsvorteil für Deutschland. Gleichzeitig betonte sie, dass das Prinzip der Datensparsamkeit gelten müsse. Die Möglichkeit der Gesichtserkennung bei Facebook fand Aigner sehr bedenklich, da eine Weitergabe solcher Daten ohne die Zustimmung des Nutzers nicht hinnehmbar sei. Die Aufgabe von Politik und Wirtschaft sei es dem Nutzer Angebote zum besseren Schutz seiner Daten zur Verfügung zu stellen.

Dieter Kempf hält den Datenschutzkodex für Geodatendienste für den richtigen Weg und meint, dass die Selbstverpflichtung unter gesetzlichen Rahmenbedingungen, die sog. regulierte Selbstregulierung, auch für andere Bereiche anzustreben ist.
Bezüglich Cloudcomputing sei sich die ITK-Industire ihrer Verantwortung voll bewusst. Verschlüsselungstechnologie sollte Basistechnologie sein, auch für andere Bereiche wie Smartphones oder Festplatten.

Prof. Waidner vom Frauenhofer SIT Darmstadt ging in seinem Vortrag vor allem darauf ein, dass Nutzerdaten nun in mehrere Kontexten verwendet würden. Dieser Fakt würde aber von Politik und Wirtschaft bisher nur wenig beachtet. Dabei wäre aber der digitale Radiergummi nicht die perfekte Lösung. Den perfekten Datenschutz gäbe es nicht. Das müsse auch dem Nutzer klar sein. Für eine wirkungsvolle Annäherung hält Waidner Standards für optionale Verfallsdaten von Bilder und Texten.

Der Vortrag von Dr. Kei Ishii vom TU-Berlin Projekt „Verbraucher sicher online“ beschäftigte sich damit, wie Datenschutz aktiv von Nutzerseite aus gestaltet werden kann. Er stellte verschiedene Tools vor die dem Nutzer helfen können. So sei Transparenz, Infomation und Selbstkontrolle wichtige Punkte, die der Nutzer sich zu verinnerlichen habe, damit er sicher im Netz unterwegs sein kann.

Dr. Wolfgang Schulz vom Hans-Bredow-Institut äußerte sich postiv zur Selbstregulierung. Sie könne jedoch nur funktionieren wenn es eine enge Kooperation zwischen Datenschutz und Industie gäbe, die aber mit einer klaren Ausgabenteilung verbunden wäre.

Der Selbsregulierung kritisch gegenüber stand Gerd Billen, Vorstand – Verbraucherzentrale Bundesverband. Sie sei nicht immer fruchtbar gewesen. Zur Begründung wies er auf den Dioxin-Skandal hin. Selbstregulierung würde nur funktionieren wenn sie mehr verspricht und hält als gesetzlich festgelegt ist. Außerdem müssen alle Marktteilnehmer mitmachen. Des Weiteren sei noch eine unabhängige Kontrollen notwendig und es müsse auch Sanktionen geben, bei Verstößen. Er stand allerdings mit seiner Kritik so ziehmlich alleine da, denn sowohl Ilse Aigner, wie auch Dieter Kempf und Dr. Wolfgang Schulz äußerten sich weitgehend positiv über Selbstregulierung.

The King’s Speech

Albert, Duke of York (Colin Firth) ist ein eher zurückhaltender Mann. Öffentliche Auftritte und Reden zu halten, bereiten ihm Unbehagen. Denn seit früherster Kindheit leidet Bertie, wie er liebevoll genannt wird, an einem schweren Stottern. Kein Arzt kann ihm helfen. Schließlich findet seine Frau Elizabeth (die später Queen Mum; gespielt von Helena Bonham Carter) den Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush). Seinen eher unkonventionellen Behandlungsmethoden steht der zukünftige König recht skeptisch gegenüber. Doch nach und nach fast er Vertrauen und erste Erfolge stellen sich ein.

Dieses extrem aufwändig gestaltete historische Drama fesselt von der ersten bis zur letzten Minute. Wir leiden mit Bertie, als er bei einer Rede im Wembley-Stadion kein Wort herausbringt und fiebern mit wenn er seine Rede an die Nation hält, in der er bekannt gibt das sich England am zweiten Weltkrieg beteiligen wird. Zwischen beiden Reden, die den Anfang und das Ende des Filmes darstellen, sehen wir wie sich einen tiefe Freundschaft mit einigen Höhen und Tiefen zwischen Bertie und Lionel entwickelt.

Ich bin eigentlich kein Fan dieser Art von Filmen, umso mehr war ich positiv überrascht, dass The King’s Speech mich über 2 Stunden unterhalten und mitgerissen hat. Allen voran ist das sicherlich den beiden großartigen Hauptdarstellern Colin Firth, der es schafft einem den König auch menschlich näher zu bringen, und Geoffrey Rush, als schlemischer Sprachtherapeut, zu verdanken.

10/10

Titel: The King’s Speech; Regie: Tom Hooper; Drehbuch: David Seidler; Darsteller: Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham Carter, Guy Pearce; Länge: 118 min; Verleih: Senator; Kinostart: 17.Februar

unfreiwillig ohne Handy

Am 9. November passierte schon immer viel in Deutschland u.a. auch, dass mir mein Handy abhanden kam. Ich verlor mein geliebt-gehasstes Nokia 5800 Music Xpress auf der Toilette im Cafe Oberholz. Anders gesprochen: ich ließ es liegen und wirklich keine fünf Minuten später, als mir der Verlust auffiel, ich zurückging um nach zuschauen, hatte sich schon ein anderer meines Devices bemächtigt. Mögen demjenigen die diebischen Finger abfaulen, ganz langsam. Unmittelbar nachdem ich mich mobil in die Internetlosigkeit und überhaupt Unerreichbarkeit zurück gebombt hatte, ließ ich die Sim-Karte sperren. Ich begann alle Passwörter der Dienste, die ich für gewöhnlich auf meinem Handy nutzte, zu ändern.
So ganz ohne Handy fühlt ich mich nun schon etwas leer, fast schon einsam. War mir mein Nokia Music Xpress doch stets ein treuer und gutmütiger Begleiter. Bis auf die Software-Macken, ich sage nur Symbian…

Was hat sich verändert?
Erstaunlicherweise kam ich mit diesem Verlust erstmal ganz gut zurande. Ich hatte mir vor allem Sorgen gemacht, dass ich Verabredungen und Termine nicht mehr treffen könnte oder auch sonst sehr ausgeschlossen sein würde. Fast nichts davon traf ein.
Am Abend des bösen Tages traf ich meine erste Verabredung ohne Handy, allein über Twitter. Wir wechselten ein paar Direct Messages. Ich gab einen Zeittraum an in dem ich erscheinen würde,  BVG-Unwuchten und Sonstiges mit eingerechnet. Es klappte ganz prima. Ich begann über meine Handynutzungsgewohnheiten nachzudenken und adäquate Substitute zu beschaffen bzw. zu benutzen. Seit ich mit meinem Device auch im Internet surfen kann, tendierte die Anzahl der privaten Anrufe, die ich tätigte oder die mich erreichten, gegen null. Fast alle Anrufe, die mich nun noch erreichten, waren geschäftlicher Art. Die Anzahl der Sms, die ich schrieb bzw. die mich erreichten ist komischerweise leicht angestiegen. Meine hauptsächliche Kommunikation wickelte ich auch mobil über andere Kanäle ab. In den nächsten Tage wich ich also auf eben jene anderen Kommunikationskanäle aus und sprach so einige Termine über Twitter, Skype oder Jabber sowie einfach per Mail vom heimischen PC ab. Ich war nicht ganz so flexibel, da ich ja auf Nachrichten nicht von unterwegs reagieren konnte. Da ich mit meinem Handy mehr schlecht als recht Tageszeitungen online lesen konnte, fiel bei mir das nicht mehr von unterwegs Lesen können, nicht sonderlich ins Gewicht.

Ohne Googlemaps – das tut wirklich weh
Da die Beschaffung einer neuen Sim-Karte sich etwas verzögerte war ich ca. eine Woche komplett ohne Handy unterwegs. Was mir im Nachgang echt am meisten fehlt, ist der Dienst Googlemaps. Die Gründe dafür sind einfach zu identifizieren: Ich verirre mich sehr leicht und Googlemaps hilft mir sehr dabei mich zurecht zufinden. Außerdem nutze ich auch noch Latitude. Dort kann ich schauen wo sich meine Freunde gerade befinden. Zum anderen beobachte ich mich sehr gerne selbst bei Googlemaps, wie ich als blauer Punkt so durch die Straßen ziehe. Ohne mobiles Googlemaps muss ich nun meine Wege wieder vorher planen.
Dank meiner lieben Freundin Searchparty habe ich jetzt wieder ein Handy von LG. Mit ihm kann ich telefonieren und sms schreiben und ein bisschen im Netz surfen. Aber Googlemaps funktioniert darauf leider nicht, aber das steh ich schon durch.

Fazit
Eine Woche ohne mobile Erreichbarkeit: eine ambivalentes Verhältnis zwischen Befreiung und Angst was zu verpassen. Aber ich habe mich wieder stärker mit meiner unmittelbaren Umwelt auseinander gesetzt und bin nicht mehr so oft an den falschen U-, S- und Tram-Stationen ausgestiegen, wie zu der Zeit als ich noch ständig aufs Handy geschaut habe um die letzten Neuigkeiten als möglichst erste zu erfahren.
Anfang nächsten Jahres gibt es hoffentlich ein neues Handy.