Berlinale 2012

Dieses Jahr ist es soweit. Ich habe meine erste Berlinale Akkreditierung bekommen. vom 09.02. – 19.02.2012 heisst es: Kino, Kino, Kino. Ich freu mich so. Ich habe mir vorgenommen diese Filme zu schauen:

Liste:
Death Row
Les adieux à la Reine | Farewell My Queen | Leb wohl, meine Königin!
Don – The King Is Back
Mai-wei | My Way
Kid-Thing
Berlinale Shorts II
Extremely Loud And Incredibly Close | Extrem laut und unglaublich nah
Berlinale Shorts IV
Barbara
Iron Sky
Dictado | Childish Games
Zarafa
Diaz – Don’t Clean Up This Blood
Shadow Dancer
The Convoy | Die Überführung
I, Anna
Jayne Mansfield’s Car
Jin líng Shi San Chai | The Flowers Of War | Die Blumen des Krieges
Young Adult
L’âge atomique | Atomic Age
Was bleibt | Home For The Weekend
All Divided Selves
The Iron Lady | Die Eiserne Lady
Die vierte Macht | The Fourth State
10+10
Haywire
Keyhole
La chispa de la vida | As Luck Would Have It
Cherry
En Kongelig Affære | A Royal Affair | Die Königin und der Leibarzt
Rentaneko | Rent-a-Cat
Bel Ami
Flying Swords Of Dragon Gate
König des Comics | King of Comics
Fon Tok Kuen Fah | Headshot
Animations

© Berlinale

The King’s Speech

Albert, Duke of York (Colin Firth) ist ein eher zurückhaltender Mann. Öffentliche Auftritte und Reden zu halten, bereiten ihm Unbehagen. Denn seit früherster Kindheit leidet Bertie, wie er liebevoll genannt wird, an einem schweren Stottern. Kein Arzt kann ihm helfen. Schließlich findet seine Frau Elizabeth (die später Queen Mum; gespielt von Helena Bonham Carter) den Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush). Seinen eher unkonventionellen Behandlungsmethoden steht der zukünftige König recht skeptisch gegenüber. Doch nach und nach fast er Vertrauen und erste Erfolge stellen sich ein.

Dieses extrem aufwändig gestaltete historische Drama fesselt von der ersten bis zur letzten Minute. Wir leiden mit Bertie, als er bei einer Rede im Wembley-Stadion kein Wort herausbringt und fiebern mit wenn er seine Rede an die Nation hält, in der er bekannt gibt das sich England am zweiten Weltkrieg beteiligen wird. Zwischen beiden Reden, die den Anfang und das Ende des Filmes darstellen, sehen wir wie sich einen tiefe Freundschaft mit einigen Höhen und Tiefen zwischen Bertie und Lionel entwickelt.

Ich bin eigentlich kein Fan dieser Art von Filmen, umso mehr war ich positiv überrascht, dass The King’s Speech mich über 2 Stunden unterhalten und mitgerissen hat. Allen voran ist das sicherlich den beiden großartigen Hauptdarstellern Colin Firth, der es schafft einem den König auch menschlich näher zu bringen, und Geoffrey Rush, als schlemischer Sprachtherapeut, zu verdanken.

10/10

Titel: The King’s Speech; Regie: Tom Hooper; Drehbuch: David Seidler; Darsteller: Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham Carter, Guy Pearce; Länge: 118 min; Verleih: Senator; Kinostart: 17.Februar

der baader meinhof komplex

nachdem der baader meinhof komplex doch recht lauwarme bewertungen der (filmkritiker-)presse über sich ergehen lassen musste, war ich wirklich sehr gespannt ob der film wirklich so schlecht ist, wie er teilweise gemacht wurde. nun ja ein menge an deutscher stars hat man herzitiert um die raf wiederaufleben zulassen. der plot ist in sämtlichen geschichtsbüchern sowie im netz zu finden, so erspare ich mir jedwede ausführungen dazu.

so richtig zünden will das terroristische grossereignis (west-)deutscher geschichte nicht, weil man sich nicht sicher ist was der film und letztendlich der regisseur uli edel eigenlich mitteilen möchten. soll es eine charakterstudie von ulrike meinhof (martina gedeck) sein oder ein abriss der ereignisse, des deutschen herbstes? wahrscheinlich ersteres in letzterem verpackt, leider funktioniert es nicht so ganz. und so wünscht man sich im letzten drittel des films, wenn sich die zeit bleiern aufs gemüt und das sitzfleisch legt, einfach nur noch das es entlich aufhören möge… da werden im stakatoschritt sämtliche stationen des raise and fall of raf abgefrühstückt, von politische motivierten anschlägen, bis dahin als die raf beginnt nur noch um sich selbst zu kreisen.

der film wird trotzdem eine menge zuschauer ziehen, werden doch heerscharen von schüler sich dieses dramaturgisches desaster angucken müssen. dann doch lieber tröge schulliteratur lesen oder eine schöne dokumentation auf arte zum thema gucken.

„hört auf sie so zu sehen wie sie nie waren.“ könnte auch sinngemäß auf den film zurtreffen. vielleicht hat man einfach zu viel erwartet und hineininterpretiert….

ps. aber der moritz bleibtreu gibt einen ganz süssen andreas baader ab ;-)…

„der städtische guerillero ist der organisator schlechthinniger irregularität als destruktion des systems der repressiven institutionen.“ rudi, des haste schön gesagt. in diesem sinne: „holger, der kampf geht weiter…

extras

heute hab ich mich mal nach potsdam/babelsberg aufgemacht um an einem casting für den neuen quentin tarantino-film „inglorious basterds/inglorious bastards“ teilzunehmen. hab etwas über 2 h angestanden. dann wurden in 5 min drei fotos von mir gemacht und einen fragebogen musste ich auch ausfüllen. ja war alles ganz unspektakulär. na, vielleicht klappts es ja mit einer komparsenrolle und wenn nicht ist’s auch nicht so schlimm…

ich lese keine bücher, die bücher lesen mich

mein bester freund und ich haben uns vor ein oder zwei tagen ins cubix kino am alex begeben um den film tropic thunder unsre aufwartung zu machen. ben stiller hatte in seiner unnachahmlichen art wiedermal einen richtigen klamaukfilm zusammengezimmert. wir liesen uns in die rückenfreundlichen verstellbaren kinoseseel fallen und harrten der dinge die da kommen sollten…

der plot ist schnell erzählt: ein filmteam will im vietnameischen dschungel einen (anti-) kriegsfilm drehen. dafür werden ein paar realitäsferne hollywoodschauspieler in den dschungel gekarrt. leider gerät das ganze etwas ausser kontrolle.  die fiktion wird auf einmal skurille realität. eine dschungelfarce voll trashigem humor nimmt seinen lauf.  die tollpatschige schauelspieltruppe muss sich nämlich nun gegen ein ganz und gar nicht fiktives drogenkartell erwehren. dabei werden sämtliche bekannten kriegsfilme zitiert und verhunzt. ben stiller verarscht hollywood, behinderte und letztendlich auch sich selbst. dabei will er keine tiefere botschaft vermitteln, und im endeffekt stört es auch nicht das kritische töne komplett ausbleiben.

fazit: überdreht, actionreich, politisch unkorrekt und/oder einfach wahnsinnig platt

ps. besonders gut gefallen haben mir tom cruise in der rolle des studiobosses und robert downey jr. als selbstverliebter method-actor kirk lazarus

tropic thunder

regie: ben stiller
darsteller: matthew mcconaughey, nick nolte, robert downey jr., tom cruise, jack black, tobey maguire, steve coogan, ben stiller, justin theroux…

laufzeit: 107 minuten
fsk: ab 12 Jahren
genre: komödie, kriegsfilm

der polanski – komplex

oh wie ist mir zu mute. nach mehreren wochen halbgarer, lauwarmer sosse in meinem gehirn, erwacht in mir die leidenschaft, ein fünkchen leben, das mein verdorrendes gemüt durchzieht, erneut. doch wer oder was erzeugt diesen feudige gefühl, das mich zur zeit durchströmt. es ist der grosse kleine mann des eurpäischen kinos – roman polanski. gestern habe ich mich nun in mein derzeit drittes zuhause, das baylon kino begeben um an der eröffnung des polanski-komplexes – einer werkschau, über diesen so talentierten regisseur, anteil zu nehmen. zum erstem mal seit wochen fühlte ich mich angekommen.

gezeigt wurde dann auch gleich zu beginn dieser retrospektive ein häufig zitierter, ganz grossartiger film – chinatown.

mein masterplan, jeden der 17 filme anschauen, der anfang ist gemacht. 16 filme stehen noch auch. ich freu mich so. danke herr polanski.

krabat – fantasy vom feinsten

bei rumsurfen auf der homepage meiner leib- und magen-fernsehzeitung bin ich vor einigen tagen auf diesen kommenden filmischen hochgenuss aufmerksam geworden. es handelt sich um die neuverfilmung des buches von ottfried preussler. krabat heisst das werk, bei dem marco kreuzpaintner regie führte.

obwohl es nur um einen trailer handelt und bekanntlich die güte eines trailers nicht unbedingt auf die güte des filmes verweist, möchte ich mich heute abend doch mal weit aus dem fenster lehnen und krabat schon vorher loben. der trailer jedenfalls kommt schon mal richtig aufwendig (für eine deutschen produktion) und schön düster daher. viel spass beim gucken und vorfreuen.

ab 9. oktober ist krabat dann in den kinos zu sehen.

[rec]

entlich nach all den jahren konnte ich meinen freund am freitag überzeugen mit mir [rec] anzuschauen. wie genau ich von dem film erfahren hab, weiss ich nicht mehr (ja auch ich werde nicht jünger und quäle mich mit amnesien aller art herum).

[rec] ist ein spanischer low budget film, der in bester blairwitch project oder cloverfield-manier daherkommt. eine mysteriöse story festgehalten in bewußt verwackelt gehaltenen bildern.

ein fernsehteam ist zu gast in einer feuerwache um dort den bereitschaftsdienst der feuerwehrmänner zu dokumentieren. als ein notruf eintrifft, fahren die feuerwehrleute und das fernsehteam zum einsatzort. eine frau soll aus einer wohnung befreit werden. dort treffen die retter auf ein paar verwirrte hausbewohner, die sich nicht erklären können, was genau passiert ist. die feuerwehrmänner brechen die wohnungstür der frau aus um sie zu retten und somit beginnt das grauen…

zugegeben, eine recht einfache story, doch die spannung, die zum ende hin immer mehr kulmuliert, wird auf grund der kameraführung und des exzellenten schauspielerensembles, das sich in voller panik durch das haus kämpft, die ganze zeit hoch gehalten. so kommt nie langeweile auf. der ort während des films ist immer derselbe, das wohnhaus wo sich die gruselige dinge erreignen. man könnte schon fast von einem kammerspiel sprechen. den einzigen minuspunkt für mich (der aber objektiv gesehen eigentlich keiner ist) gibt es für die verwackelten bilder. ich weis net mir wird dann immer so komisch wenn ich sowas auf der großen kinoleinwand sehen, wie aufm schiff *würg*…. aber da muss man durch… und die amis haben auch gleich mal ein remake des films gemacht. des heisst dann quarantine.

hola was für ne woche…

oh weh es scheint fast als würde ich mein liebes blog etwas vernachlässigen, naja wie auch immer… bin ja jetzto in berlin und fast die ganze woche unterwegs, da kommt halt die schreiberei zu kurz. und nun mal schnell einen abriss über die letzten ereignisse virtuell hingekritzelt.

also am dienstag war ich bei einem konzert im postbahnhof, genauer gesagt im fritzclub. es spielten we are scientists und eine vorband, deren namen ich leider vergessen hab (asche auf mein haupt). da ich freundlicherweise auf der gästeliste stand, sparte ich mir glücklicherweise das eintrittsgeld. das konzert war ganz ok, aber hat mich nicht wirklich vom hocker gerissen. die songs der vorband waren mittelmaß und ohnen grossen wiedererkennungswert. auch we are scientists spielten eher mittelmäßig. sie rockten ihr programm halt einfach so runter und versuchten die leute während der songs mit durchaus lustiger konversation zu unterhalten. aber sie waren bereits nach ca 1 h 15 min schon wieder von der bühne verschwunden.

am mittwochabend war ich bei der szenischen lesung grund der ausweisung: lästiger ausländer der bremer shakespeare company. diese fand mal nicht im theater, sondern in altehrwürdigen mauern des oberverwaltungsgerichtes berlin/brandenburg statt. gegenstand dieser lesung war die ausweisungspolitik der stadt bremen in der weimarer zeit. vorgetagen wurden einzelschicksale von ausländern, die ausgewiesen werden sollten. ein wirklich sehr interessanter abend.

nun zu guter letzt war ich gestern noch im babylon kino um den auftakt der retrospektive paris.mai 68 mitzuerleben, die es anlässlich des 40. jahrestages der studentenbewegungen gibt. zuerst wurde der film mai’68 im quartier latin gezeigt. er dokumentiert die unruhen und strassenschlachten in paris, aber auch gespräche zwischen arbeitern und studenten. gedreht wurde dieser film 1968 von william klein, der das material aber erst 10 jahre später zu diesem film zusammenfügte. im anschluss daran gab es noch eine gesprächsrunde: „1968 im europa von heute“ mit daniel cohn-bendit (grüne/mdep) und andre brie (linke/mdep) sowie alfred eichhorn (inforadio berlin/brandenburg), der das ganze moderierte. ich hatte mich eigentlich sehr auf die diskussion gefreut. allerdings glitt diese doch recht schnell in plakatives links-rechts gefasel ab, einerseits durch die zuschauer aber auch durch den moderation herbeigeführt. sehr gut fand ich die rethorische leistung cohn-bendits der sich nicht in die enge treiben lies und seine meinung gut vertreten hat. andre brie’s äußerungen gingen indes etwas unter. ich hätte mir ein paar mehr ausführungen zu der frage, ob es überhaupt heute noch möglich wäre, das die jugend (in einer individualisierten gesellschaft) eine solche bewegung mit kollektivistischen gedankengut herbeizuführt, gewünscht. nichtsdestotrotz ein spanndender abend.

stalker – Сталкер

seit kurzem mache ich bei der firma twotickets ein praktikum und so als kleine dreingabe habe ich auch gleich mal zwei schöne tickets gewonnen, für den russischen film stalker im kino krokodil. also schnell meinen freund mitgenommen und nix wie hin. das kino war klein und recht gemütlich eingerichtet, schöne sessel aus früheren zeiten zierten die ersten reihen. so wie ichs gerne hab.

stalker ist ein film aus dem jahr 1979, regie führte andrej tarkowskij . nach einem mysteriösen ereignis, das möglicherweise durch ausserirdische oder aber einen meteoriteneinschlag hervorgerufen wurde (genaueres weis man nicht) ist die ZONE entstanden. sie wurde evakuiert und abgesperrt und wird seit dem vorfall bewacht. man erzählt sich, das in der ZONE den menschen wünsche erfüllt werden würden, deshalb sind einige bestrebt dahin zu gelangen. der ort der filmhandlung ist ein randgebiet eben jener ZONE. dort wohnt der sog. stalker mit seiner frau und seinem kranken kind. der stalker ist ein pfadfinder, ein spiritueller führer, der seinen lebenunterhalt damit verdient leute in die zone zu schaffen. er bekommt den auftrag von zwei menschen, einem „schriftsteller“ und einem „professor“, sie in die ZONE zu bringen, zum zimmer wo sich wünsche erfüllen……..

die story, wird in langsamen fast schon poetischen bilder erzählt. lange einstellungen ohne hastige schnitte zeichnen diesen film aus, ebeso wie die eher sparsamen aber aussagekräftigen dialoge. die ZONE wird als farbenfroher und naturverbundener kontrapunkt zur sonst grauen trostlosen und mit maroden industiellen anlagen überfrachteten welt dargestellt.

was mich besonders beeindruckt hat, ist das es dem regisseur tarkowskij gelingt, ohne specialeffects nur mit kameraeinstellungen und der kunst des weglassens, eine interessante und athmosphärisch dichte geschichte zu erzählen.

udssr 1979

regie: andrej tarkowskij

kamera: aleksandr knjažinskij

länge: 160 min. farbe + s/w

darsteller: alexander kaidanowskij, alissa frejndlich, nikolai grinko, anatolij solonizyn